Wachstumsschub – Die Entwicklung deines Babys im zweiten Lebenshalbjahr

Lachendes Baby, das mit einem Tuch spielt. Baby kann nach einem Wachstumsschub sitzen.

Innerhalb der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres folgt weiterhin ein Wachstumsschub auf den nächsten. Dein Baby entwickelt sich langsam zu einem Kleinkind, welches mit viel Energie und starkem Willen seine Welt eigenständig erkundet. Es erlernt neue Fähigkeiten, was sehr aufregend, aber auch beängstigend sein kann. Daher kann dein Kind während dieser Phasen sehr anstrengend und fordernd sein.

Sechster Wachstumsschub ab der 37. Woche (dein Baby ist 8 Monate alt)

  • Verhalten während des Schubs: Dein Baby ist körperlich sehr aktiv, wodurch es erneut vermehrten Appetit hat. Es ist sehr neugierig und hat Spaß daran, sowohl neue als auch bekannte Dinge zu untersuchen.
  • Erlernte Fähigkeiten: Dein Baby fängt mit dem Krabbeln an. Es gibt aber auch Babys, die sich durch die Gegend robben oder rollen. Es möchte Dinge selbst erreichen und agiert daher sehr zielgerichtet. Das Verständnis von Kategorien entwickelt sich, wodurch dein Kind die Fähigkeit entwickelt, Dinge zuzuordnen.
  • Was du machen kannst: Gib deinem Kind die Freiheit, die es braucht, um die Welt selbstständig zu erkunden. Achte dabei jedoch auf die Sicherheit und setze erste Grenzen. Spielzeug, das ausgiebig untersucht werden kann*, ist jetzt besonders spannend. Nutze die Neugierde deines Babys und probiere bei der Beikost neue Geschmacksrichtungen aus.

Meine Empfehlungen für Mamas und Papas:

Siebenter Entwicklungsschub ab der 47. Woche (dein Baby ist 10 Monate alt)

  • Verhalten während des Schubs: Dein Baby ist sehr anhänglich und bekommt schnell Wutanfälle. Dies ist bedingt durch den starken Willen, viele Dinge selber zu machen.
  • Erlernte Fähigkeiten: Mittlerweile wird dein Baby sicher krabbeln und sitzen können. Es tätigt erste Versuche, um sich alleine an Gegenständen hochzuziehen. Auch das Klettern wird in dieser Phase immer spannender. Möglicherweise fängt dein Kind an, das erste Wort zu sprechen. Das Verständnis von Reihenfolgen und Zusammenhängen wird immer komplexer.
  • Was du machen kannst: Gib deinem Baby die Aufmerksamkeit, die es einfordert. Achte darauf, dass dein Baby sich nur an Gegenständen hochzieht, die nicht umkippen können und zeige ihm schon jetzt, wie es rückwärts von der Couch wieder runter krabbeln kann. Sei zudem vorsichtig, wenn du Tischdecken verwendest. Sollten heiße Getränke auf dem Tisch stehen, kann dein Baby durch einen beherzten Zug alles runter reißen und sich verbrühen. Ich empfehle dir, deine Möbel mit Eckenschonern* zu versehen, da dein Kind bei den ersten Steh- und Gehversuchen sehr oft fallen wird.

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Achter Wachstumsschub ab der 55. Woche (dein Baby ist 12 Monate alt)

  • Verhalten während des Schubs: Dein Baby wird vermehrt schlechte Laune haben, frustriert sein und Wutanfälle bekommen. Es kann sein, dass du erneut ein vermehrtes Fremdeln feststellen wirst. Leider wird dein Baby während dieser Phase höchstwahrscheinlich auch wieder etwas schlechter schlafen.
  • Erlernte Fähigkeiten: Ein großer Meilenstein bahnt sich an, denn dein Baby wird anfangen, die Welt selbstständig auf zwei Beinen zu erkunden. Von nun wirst du merken, dass dein Kind viele Dinge alleine macht und schnell enttäuscht ist, wenn etwas nicht so läuft wie geplant.
  • Was du machen kannst: Sei konsequent. Dein Baby wird durch die vielen neuen Möglichkeiten, die sich bieten, ständig versuchen, die Grenzen auszutesten. Versuche, Rituale zu nutzen, um deinem Baby einen geregelten Tagesablauf und ausreichend Ruhe zu ermöglichen. Überlege, ob es für dich sinnvoll ist, ein Laufgitter* zu besorgen, damit du beispielsweise beim Kochen weißt, dass dein Kind in Sicherheit ist.

Fazit

Wachstumsschübe sind spannend, können aber auch sehr anstrengend sowohl für die Kinder als auch die Eltern sein. Denk immer daran, dass dein Baby nach diesen schwierigen Phasen neue Dinge kann und somit wieder zufriedener wird. Versuche dahingehend ruhig, liebevoll, aber auch konsequent zu sein. Plane beim Anziehen oder bei wichtigen Terminen etwas mehr Zeit ein, um keinen Stress zu erzeugen.

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Weiterführende Links

Quelle:

Van de Rijt, Hetty; Plooij Frans X., et al.: Oje, ich wachse!; Mosaik 2019

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