Trotzphase – 8 wertvolle Tipps für genervte Eltern

Schmollendes Mädchen das vielleicht in der Trotzphase ist.

Die Trotzphase oder Autonomiephase ist begleitet von starken Gefühlsschwankungen. Kinder zwischen zwei und vier Jahren ticken regelmäßig aus, weil etwas nicht so läuft, wie sie es sich vorstellen. Hier erfährst du, wie du deinem Kind helfen kannst, mit seinen Gefühlen umzugehen und wie du selber heil durch diese Phase kommst.

Was ist eigentlich die Trotzphase?

Kleinkinder haben immer ein Ziel vor Augen und entwickeln eine Strategie, um dieses zu erreichen. Oftmals stoßen sie dabei jedoch an Grenzen. Entweder sagt Mama “wir müssen los”, die Arme sind 5 cm zu kurz oder der Apfel wurde geschnitten. Für uns Eltern sind das alles Kleinigkeiten, aber für Kinder stellen diese Situationen unüberwindbare Grenzen dar, die den inneren Plan zunichtemachen. Blitzschnell werden die Kleinen von ihren Gefühlen überwältigt und mutieren zu Wutmonstern.

Meine Empfehlungen für Mamas und Papas:

Warum ist die Trotzphase wichtig?

Es gibt viele Gefühle, die kleine Kinder erst einmal kennenlernen müssen. Das geht nicht von heute auf morgen. Sie müssen selbstständig Strategien entwickeln, um sich zu beruhigen. Dieser anfangs sehr schwierige Prozess ist wichtig für die persönliche Entwicklung. Denn nur wenn Kinder auf Misserfolge mit Trotz reagieren, schaffen sie es, schwierige Situationen zu meistern und bestehende Grenzen zu akzeptieren. Diese Verbissenheit etwas selber schaffen zu wollen, ist enorm wichtig, damit Kinder selbstbewusst werden.

Trotzdem ist die Situation nicht angenehm – weder für das Kind noch für dich als Mama oder Papa.

Wie reagierst du in der Trotzphase richtig?

Bevor ich dir wertvolle Tipps gebe, möchte ich ein paar Sachen anmerken. Dein Kind möchte dich mit seinem Verhalten nicht bestrafen, daher solltest du immer empathisch reagieren. Schimpfen, Verbote und Gewalt sind unangemessen und führen im schlimmsten Fall dazu, dass das Selbstwertgefühl deines Kindes Schaden nimmt.

Ich habe mit meinen Kindern sehr häufig das Wutmonsterlied aus dem Buch “Das kleine Wutmonster”* gesungen. Das hat immer sehr gut geholfen und sie haben sich schnell damit beruhigen können.

Aber du kannst es auch mit den folgenden Tipps probieren:

1. Lass dein Kind einfach machen

Bevor du “Nein” sagst, überlege einfach, warum du das nicht möchtest. Hast du Angst? Stehst du unter Zeitdruck? Ganz häufig sagen wir Eltern einfach aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit “Nein”, ohne die Situation zu beurteilen. Lass dein Kind einfach neue Dinge oder eigene Lösungswege ausprobieren. Der Weg ist das Ziel und Erfolge stärken das kindliche Selbstbewusstsein.


2. Versuche nachzuempfinden, wie dein Kind sich fühlt

Für dein Kind ist es wichtig, dass du sein Verhalten nachempfinden kannst und es tröstest. Stell dir vor, wie du dich in einer ähnlichen Situation fühlen würdest. So kannst du deinem Kind das nötige Einfühlungsvermögen entgegenbringen. Wichtig ist, dass du dein Kind ernst nimmst.

3. Nimm dein Kind in den Arm

Auch kleine Wutmonster wollen wissen, dass sie von ihren Eltern geliebt werden. Nimm dein Kind einfach in den Arm, wenn es bedingt durch die Trotzphase einen Wutanfall hatte. Diese kleine Geste ist so wichtig für Kinder, denn sie brauchen die Bestätigung, geliebt zu werden. Du wirst sehen, dass die Laune ganz schnell wieder steigen wird.

4. Gefühle benennen

Wenn du deinem Kind hilfst, die Gefühle zu benennen, die zum Wutanfall geführt haben, machst du alles richtig. Sag zum Beispiel “Ich habe den Apfel geschnitten und darüber bist du jetzt traurig” oder “Dein Turm wurde kaputtgemacht und das ärgert dich jetzt”. Kinder müssen lernen, Gefühle mit Worten oder Mimiken auszudrücken.

Schließlich schmeißen wir uns als Eltern ja auch nicht mehr auf den Boden, wenn wir etwas nicht haben können. Obwohl ich gerne mal wissen würde, was passiert.

Spiel doch einmal mit deinem Kind Gefühle erraten*.Das ist lustig und unterstützt dein Kind dabei, neue Strategien zu entwickeln.

5. Kompromisse finden

Wenn dein Kind sich beruhigt hat und du weißt, was der Auslöser für den Wutanfall war, kannst du vielleicht eine Alternative finden. Beispielsweise kannst du sagen “Deinen Apfel habe ich jetzt geschnitten, aber möchtest du vielleicht einen für mich schneiden?” Durch Kompromisse lernen Kinder, dass Grenzen zwar vorhanden, aber trotzdem andere Möglichkeiten da sind.

6. Sei ein gutes Vorbild

Bist du wütend oder ärgerst du dich? Dann zeig deinem Kind, wie es alternativ zum Trotz mit seinen Gefühlen umgehen kann. Du kannst beispielsweise mit dem Fuß stampfen oder “Verdammt nochmal” rufen. Unsere Jungs haben sich das schnell abgeschaut.

7. Ablenkung hilft

Wenn du merkst, dass eine Situation gleich eskaliert und das Wutmonster im Anmarsch ist, dann lenke dein Kind schnell ab. Dadurch kannst du die Gedanken deines Kindes in eine andere Richtung lenken und so einen Trotzanfall verhindern. Zusätzlich ist der Vorteil der, dass du gemeinsam mit deinem Kind nach einer Lösung suchen kannst, denn es hört dir wieder zu.

8. Sei konsequent

Kinder brauchen Grenzen. Wenn du Regeln hast, dann ist es wichtig, dass diese auch während der Trotzphase standhalten. Natürlich kannst du gemeinsam mit deinem Kind nach Kompromissen suchen. Hauptsache, du behältst einen kühlen Kopf und lässt dich nicht von der Wut anstecken.

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