Erziehen ohne Schimpfen

Mama die ihr Kind streichelt. Erziehen ohne Schimpfen

Geschafft! Die Wohnung ist endlich sauber. Doch kaum drehst du dich um, sieht das Kinderzimmer aus wie vorher. Wir zeigen dir, wie du solche und andere Situationen beherrschst und deine Kinder ohne Schimpfen erziehst.

Warum schimpfe ich?

Wenn du schimpfst, bist du gestresst, stehst unter Zeitdruck oder hast ein bestimmtes Ziel vor Augen. Es sind Kleinigkeiten, die dich auf die Palme bringen und wie endet das häufig? Du lässt deinen Frust an deinem Kind aus.

Ein paar Beispiele aus dem Alltag:

  • Das Kinderzimmer sieht chaotisch aus und du trittst auf einen Bauklotz.
  • Dein Kind stört dich beim Zusammenlegen der Wäsche.
  • Dein Kind schreit, weil es nicht das Gemüse schneiden darf.

Vielleicht kommen dir diese Situationen bekannt vor. Fällt dir auf, was bei allen Beispielen gleich ist? Du hast ein Ziel vor Augen und möchtest dieses erreichen: Die Wohnung soll sauber sein; Du möchtest die Wäsche sofort zusammenlegen; Du möchtest schnell das Abendessen vorbereiten. Aber warum?

Bist du überfordert?

Wie alle Eltern möchtest du einen Plan verfolgen – deinen Plan: nach einem bestimmten Muster und in einer bestimmten Zeit. Wenn dir dabei etwas im Wege steht – auch wenn es nur dein Kind ist – bist du schnell gestresst.

Wie oft habe ich nur die Dinge gesehen, die ich erledigen muss. Ich kann mich noch gut an eine Situation erinnern: Mein Kind war krank und ich wollte den Tag nutzen, um die Wohnung sauber zu machen. Ständig wurde ich gerufen und mit jeder Stunde wurde ich gestresster, weil ich noch nicht alles geschafft hatte. Am Ende des Tages war ich wütend auf mein Kind und enttäuscht von mir selbst.

Das mache ich anders:

  • Ich habe das Wort “müssen” aus meinem Wortschatz gestrichen.
  • Ich setze mir realistische Ziele.
  • Ich atme in stressigen Situationen tief durch, damit ich gelassen reagiere.

Schimpfen ändert nicht das Verhalten deines Kindes

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass dein Kind häufig Sachen macht, die du nicht möchtest? Was passiert eigentlich wenn du schimpfst? Dein Kind bekommt Aufmerksamkeit und wird von dir gesehen. Solange du dein Verhalten nicht änderst, wird dein Kind es auch nicht tun.

Aber wie bringst du dein Kind nun ohne Geschrei dazu, dass es das macht, was du möchtest?

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Erziehen ohne Schimpfen

Die Lösung ist einfacher, als du denkst. Wenn dein Kind etwas nicht tun möchte, dann überlege dir zwei Möglichkeiten, wie du an dein Ziel kommst. Die Erste kannst du kontrollieren. Mit der zweiten Möglichkeit bist du zufrieden und kommst auch an dein Ziel. Schlage nun mit einem freundlichen Gesicht und einer angenehmen Stimme deinem Kind diese beiden Möglichkeiten vor. Wenn dein Kind sich weigert, entscheidest du dich für die Variante, die du kontrollieren kannst.

Ein Beispiel: Du bittest dein Kind sich anzuziehen. Wenn es “Nein” sagt, dann lächelst du und antwortest “Ich kann dir beim Anziehen helfen oder du kannst dich selbst anziehen”. Wenn du beim Anziehen hilfst, kontrollierst du die Situation. Wenn dein Kind sich selbst anzieht, erreichst du dein Ziel. Wenn es sich weiter weigert, hilfst du beim Anziehen.

Je konsequenter du bist, desto schneller wird dein Kind lernen, sich zwischen den beiden Angeboten zu entscheiden.

Ich selbst habe gemerkt, dass meine Kinder nicht mehr mit mir diskutieren. Sie sind zufrieden, wenn sie alleine entscheiden dürfen.

Wenn du dich mehr mit dem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich dir das Buch „Erziehen ohne Schimpfen und Meckern“*.

Fazit

Es ist egal, wie wir ans Ziel kommen, solange wir das Ziel erreichen. Das Familienleben ist ohne Schimpfen viel entspannter und die Kinder sind zufrieden, wenn sie selbst entscheiden können.

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